Verhalten von Dämmungen bei Hochwasser

Nachdem in den überfluteten Gebieten das Hochwasser langsam zurück geht, stehen viele Hausbesitzer vor der Frage, ob ihre gedämmten Kellerwände, Kellerdecken, Fassaden und Außenwände durch das Hochwasser nachhaltig geschädigt wurden. Der GDI – Gesamtverband Dämmstoffindustrie hat dazu beim FIW - Forschungsinstitut für Wärmeschutz e. V. München eine Untersuchung in Auftrag gegeben. Der Leitfaden "Verhalten von Dämmungen bei Hochwasser" fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen.

Die Überflutung betraf bei einem Großteil der Gebäude Keller, Erdgeschoß und erstes Obergeschoß. Demnach sind alle üblichen Außenwandkonstruktionen mit Außen-, Innen- und Kerndämmung, gedämmte Kellerdecken und Fußbodendämmungen mit Trittschalldämmung unter dem Estrich betroffen. Da davon auszugehen ist, dass das Wasser in der Mehrzahl der Fälle innen und außen gleich hoch stand, ist die Schädigung bei Außenwänden unabhängig von der Lage der Dämmschicht. Bei den durchnässten Schichten und Bauteilaufbauten bestehen jedoch große Unterschiede hinsichtlich des Austrocknungsverhaltens. Der Grad der Beschädigung der Dämmstoffstruktur und der Verunreinigung des Bauteils, die nach der Austrocknung verbleibt, ist in die Entscheidung, die zu einer vollständigen Sanierung des Bauteils führen kann, mit einzubeziehen.

Die meisten Bau- und Dämmstoffe haben in ihrer Struktur große und kleine Hohlräume – Poren oder Zellen – die mit Luft oder Zellgas gefüllt sind. Große Hohlräume füllen sich deutlich schneller mit Wasser als kleine Hohlräume. Allgemein gilt, je poröser ein Material ist, desto mehr Wasser kann es in seinem Porenraum aufnehmen. Für alle feuchten oder nassen Dämmstoffe gilt, dass die Wärmeleitfähigkeit mit zunehmendem Feuchtegehalt steigt und damit der Wärmedurchlasswiderstand der Bauteile sinkt. Das bedeutet, durchfeuchtete Bauteile haben einen schlechteren Wärmeschutz als trockene Bauteile. Untersuchungen zeigen, dass z. B. monolithisches Mauerwerk mit üblichen Putzschichten langsamer austrocknet als monolithisches Mauerwerk ohne Putz. Der Grund ist ein verringerter Kapillartransport über die Grenzschicht zwischen Mauerwerksbaustoff und Putz. Befindet sich an einer solchen Wand zusätzlich noch eine Dämmschicht, kann die Austrocknung nur noch durch Wasserdampfdiffusion stattfinden. Die Austrocknungsgeschwindigkeit hängt hier direkt von den Wasserdampfdiffusionswiderständen des Putzes und der Dämmschicht ab.

Verhalten von Dämmungen bei Hochwasser
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